Aktiv gegen queerfeindliche und frauenfeindliche Gewalt! Rechtsruck verhindern, Demokratie fördern.

Die Gemse setzt sich aktiv für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Abbau von Barrieren und die Förderung der Demokratie ein. Besonders angesichts des aktuellen Rechtsrucks möchten wir gezielt handeln. Geplant sind Lehr- und Lernbaustellen zur Sensibilisierung für Barrieren und Privilegien, ein Tauschladen mit Galerie und einer Ausstellung zu Minderheitenrechten, sowie ein Awareness-Workshop zur Kärntner Clubkultur. Zudem bieten wir Argumentationstrainings gegen queerfeindliche und frauenfeindliche Gewalt an und laden diskriminierungsbetroffene Gruppen zu regenerativen Retreats ein, um Vernetzung und Empowerment zu ermöglichen.

Laufzeit:

01.04.2025 bis 31.12.2025

Summe:

€ 15.810,00

Der Verein „GEMSE – GEmeinsam SEin“ (Verein zur Förderung von nachhaltigen, queerfeministischen und kleinbäuerlichen Lebensweisen ) hat seinen Sitz in Wertschach 15/Dvorče 15, 9611 St. Georgen im Gailtal und erstreckt seine Tätigkeit auf ganz Österreich. Die GemSe als physischer und aktivistischer Ort besteht aus dem Verein und seinen Mitgliedern sowie aus vielen ehrenamtlich Tätigen die sich allesamt gemeinsam in Arbeitsgruppen und Kombos organisieren. Einmal im Jahr gibt es die Herbstversammlung, zu der alle Mitglieder und Interessierte eingeladen sind, einmal im Monat den online GemsenTreff. Die AGs und Kombos treffen sich auch online und hybrid, da die GemSen in vielen Ländern beheimatet und unterwegs sind. In der GemSe sind um die 60 Menschen aktiv, wie viele genau ist aber schwer zu sagen. Zentrale Stränge des Vereins sind queerfeministische, antidiskriminatorisches Arbeiten, intersektionale Praxis, Empowerment- und Bildungsarbeit.

1. Was haben wir gemacht?

Die GemSe ist ein Ort, an dem sich in diesem Jahr viele verschiedene Aktivitäten abgespielt haben: Activist Regenerative Retreats, Lehr- und Lernbaustellen, ein Awareness-Wochenende, eine Ausstellung und mehrere Vorträge im Rahmen des Herbstfests. Dies wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen innerhalb und außerhalb der Region umgesetzt und organisiert:

  • Verschiedene Gruppen nutzten den Ort für Regenerative Retreats. Darunter waren Teilnehmende der Bewegung Cuerpos politicos, Jugendliche von Maiz, viele Angehörige der LGBTQIA + Community die in ihren Herkunftsländern diskriminiert und verfolgt werden.
  • Es gab mehrere Lehr- und Lernbaustellen in deren Rahmen Wände verputzt, ein neuer Boden verlegt, Mauern eingerissen, Bauanträge gestellt und in Diskurs miteinander getreten wurde. Im Rahmen dieser Baustellen wird nicht nur gearbeitet sondern Wissen vermittelt. Es geht hier darum handwerkliche Skills weiterzugeben und angstfreie Räume zu schaffen für Menschen keinen Zugang zu diesen Skills haben. Es geht hier um Empowerment und Selbstermächtigung für vor allem FLINTA Personen.
  • Am Herbstfest wurden folgende Impulse gegeben: Vorträge wurden von Lena Kolter und Tanja Erhart zum Thema „Access is love“ und Situation der Kärntner Slowen*innen angeboten.
  • Es findet derzeit eine Ausstellung zu queeren Rechten und Verfolgung in Kärnten/Koroška statt. Zu diesem Zweck wurde eine Lehrbaustelle umgesetzt in deren Zuge die Galerie hergerichtet und der Festsaal barrierefrei erreichbar gemacht wurde. Daniel Hill kuatierte die Ausstellung.
  • Das Awarenesstraining fand in Zusammenarbeit mit der IG KiKK, dem Kollektiv draussen:drinnen, der Universität Klagenfurt und Awa* statt. Außerdem ist noch ein Argumentationstraining in Planung.

2. Was ist herausgekommen?

Die größten Wirkungen waren die Erweiterung des Netzwerkes und die Verbindung der Bewegungen untereinander.
Es wurden neue Zugänglichkeiten für ganz unterschiedlichere Gruppen geschaffen (Mixed Ability, BIPoC, LGBTQI- Personen eurpaweit und weltweit) und Kontakte geknüpft.

  • Im Rahmen des Awarenesstrainings konnten sich unterschiedliche Akteur*innen der Kulturszene in Kärnten/Koroška
    miteinander vernetzen. Der Workshop fand guten Anklang, doch alle Teilnehmenden waren sich einig, dass es mehr Praxis benötigt.
  • Die Ausstellung zu queeren Rechten und Verfolgung in Kärnten/Koroška ist in den Räumlichkeiten der GemSe im ländlichen Raum niederschwellig erreichbar.
  • Die Regenerative Retreats sind sehr ansprechend für die Teilnehmenden, diese möchten wieder kommen um Erholung und Auszeit in der Natur zu genießen. Weiters schafften die Angebote Sichtbarkeit in ganz unterschiedlichen Gruppen aus gesamten EU und darüber hinaus.

3. Was haben wir gelernt?

Im Laufe der Projektumsetzung wurden viele Erfahrungen gesammelt:

  • Die Probleme und Diskriminierungen in anderen (EU)Ländern wurde allen umsetzenden Personen klarer und greifbarer und es konnte eine Reflexion und tieferes Verständnis von gesamtgesellschaftlichen Prozessen erlangt werden.

Herausforderungen und Good-practices:

  • Termine für die Angebote wurden immer wieder verschoben
  • Es gab unterschiedliche Ansprechspersonen im Verein und Entscheidungsprozesse waren manchmal unklar
  • Trotzdem haben wir sehr gute Erfahrung mit Engagement der Leute gemacht

Für die Zukunft nehmen wir mit:

  • Sehr viele Leute wurden von allen Angeboten angesprochen – super Resonanz
  • Wir möchten das Angebot sehr gerne weiterführen für eine Nachhaltigkeit von Aktivitäten für bestimmte Zielgruppen
  • Es spricht sich herum, dass es die GemSe gibt in einem ländlichen Gebiet, das einen Zufluchtsort für bestimmte Personen bietet und einen Ausgangspunkt für die Verteidigung queerer Rechte darstellen kann.
  • Für zukünftige Angebote: sollen die Ansprechpersonen geklärt werden und es soll klare Regeln für das Hosting geben. So waren für die Kommunikation mit PEVA anfangs eine andere Person zuständig, das war herausfordernd; wichtig eventuell im nächsten Jahr einer Person dafür ein Honorar zu bezahlen, weil im Verein alles ehrenamtlich läuft.

Statements vom Verein GEMSE zu ProEuropeanValuesAT

Was hat sich durch ProEuropeanValuesAT für dich oder deine Aktivität nachhaltig verändert?

Die GemSe ist mit ihren Aktivitäten österreichweit sichtbarer geworden und viele Prozesse innerhalb des Vereins wurden durch die Förderung professionalisiert.

Was würdest du Menschen sagen, die überlegen einzureichen, sich aber noch unsicher sind?

Einfach probieren, es zahlt sich aus!

Vollende den Satz:
Demokratie braucht Aktivitäten wie meine, weil …

… queerfeministische Inititativen vor allem in diesen gesellschaftlich unsicheren Zeiten extrem wichtig werden.