

Foster Europe (FE) ist eine unabhängige, überparteiliche, private und gemeinnützige Stiftung zur Förderung der europäischen Integration, der Partizipation, der Demokratie, der regionalen Entwicklung und des Föderalismus. Seit 2009 organisiert FE nationale und internationale Projekte und Großveranstaltungen in einem interkulturellen und interregionalen Rahmen. Seit 2011 legt FE einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die Förderung einer partizipativen politischen Kultur in Europa und die Steigerung des öffentlichen Wissens und Interesses über die europäische Integration. FE schafft internationale Verbindungen zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, aktiven Bürgern, jungen Menschen, Wissenschaftlern, Intellektuellen, Praktikern und Institutionen aus verschiedenen Gesellschaften und Bereichen. Bürgerbeteiligung und politsche Bildung sind integraler Bestandteil der Arbeit von FE.
1. Was haben wir gemacht?
In Workshops setzen sich Schüler:innen spielerisch und zugleich kritisch mit der Frage auseinander, wie eine Demokratie funktioniert, und erleben in einem Szenario, welche Folgen der Verlust demokratischer Werte haben kann.
Im Spiel durchlaufen die Schüler:innen acht verschiedene Stationen, die mit digitalen Tools unterstützt werden: Kahoot-Quizzes, Kooperationsspiele wie ein Planspiel oder ein Reisespiel sowie Stationen mit KI-generierten Bildern und Fake News. Zum Abschluss des Workshops reflektieren die Workshop-Teilnehmenden in offenen Diskussionen ihre eigenen Erfahrungen, Erwartungen und Hoffnungen im politischen Alltag.
Die Zielgruppe sind Jugendliche, die bisher wenig Erfahrung mit Politik hatten – insbesondere auch junge Menschen mit Migrationshintergrund oder ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Das Projekt legt einen Schwerpunkt auf weniger politisch aktiven Regionen und Schulen in ganz Österreich.
Die Workshops wurden von der Foster Europe Foundation entwickelt und gemeinsam mit European Capital of Democracy (ECoD) umgesetzt.
Demokratie & Du Website
Demokratie & Du Flyer
„Demokratie & Du“ zu Gast bei den Bundespräsidenten
Zu den Youtube Videos der Jugendlichen
2. Was ist herausgekommen?
Durch spielerische, interaktive Stationen setzen sich die Jugendlichen mit Demokratie-Werten, Freiheitsrechten und politischer Teilhabe auseinander, was politische Bildung durch direkte Erfahrung vermittelt, ihr Bewusstsein für demokratische Prozesse stärkt, gesellschaftliche Verantwortung entwickelt und langfristig für die Gefahren eines Demokratieverlusts sensibilisiert.
Bei den Workshops haben nahezu 1.000 Schülerinnen und Schüler mitgemacht. Durch das Spiel Demokratie & Du erreichten Foster Europe und ECoD gezielt Jugendliche, die sonst kaum Zugang zur klassischen politischen Bildung hatten. Das senkte die Einstiegshürden und machte politische Bildung leichter zugänglich.
Die Workshops „Demokratie & Du“ stoßen auf großes Interesse. Mehrere Berichte in Medien zeigen, wie junge Menschen spielerisch die Grundwerte der Demokratie erleben und Erfahrungen über politische Beteiligung, Freiheitsrechte und die Bedeutung der Europäischen Union sammeln. Ein besonders symbolträchtiger Moment: Eine Delegation ehemaliger Workshop-Teilnehmender durfte mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen und Frank-Walter Steinmeier in der Wiener Hofburg über die Zukunft Europas diskutieren. In diesem Dialog haben die Jugendlichen ihre Perspektiven zu Europa, demokratischen Werten und Beteiligung eingebracht – und wurden gehört.
3. Was haben wir gelernt?
Das Spiel „Demokratie & Du“ wirkte nicht nur bildend, sondern partizipativ – es gibt jungen Menschen wirklich eine Stimme, gerade auf politisch hoher Ebene. Das Treffen mit den Bundespräsidenten zeigt, dass das Projekt nicht nur in Schulen bleibt, sondern auch auf höchster politischer Ebene Wirkung entfalten kann.
Das Feedback von Schüler:innen, Lehrkräften und den Medien fiel positiv aus. Das Spiel wurde an die Bedürfnisse einzelner Schulen angepasst, etwa hinsichtlich Alters- oder Sprachanforderungen, und auch auf Englisch für eine amerikanische Schule durchgeführt, was das große Interesse zusätzlich bestätigte.
Andererseits waren die begrenzten Schulkontakte und die Abstimmung mit Ferien und Prüfungen eine Herausforderung. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass die Schüler:innen in manchen Schulen über sehr geringe politische Vorkenntnisse verfügten.
Für die Zukunft nehmen wir mit, dass niedrigschwellige, spielerische Ansätze besonders wirksam sind, um Jugendliche mit wenig politischer Erfahrung zu erreichen. Da das Spiel gezielt auf Jugendliche mit wenig Erfahrung im politischen Bereich ausgerichtet war, zeigte das Projekt, dass ein solcher Ansatz besonders für jene wichtig ist, die bisher kaum Berührungspunkte mit Politik hatten. Das Projekt ermöglichte es außerdem, politische Bildung an bisher wenig erreichte Orte zu bringen, neue Zielgruppen zu erschließen und Kindern gleiche Bildungschancen zu bieten.
Direkte Beteiligung, interaktive Methoden und gezielte Ansprache zeigen, dass Interesse und Engagement bei jungen Menschen geweckt werden können.



