



Die Sezonieri-Kampagne setzt sich seit 2014 für die Rechte von Saisonarbeitskräften in Österreich ein. Sie unterstützt Arbeiter:innen dabei, ihre Rechte geltend zu machen, und fungiert als Brücke zu rechtlichen Vertretern wie PRO-GE und der Arbeiterkammer. Mit mehrsprachigen Ressourcen, rechtlicher Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit kämpft Sezonieri gegen Ausbeutung und für Veränderungen im Agrarsektor. Die Kampagne sensibilisiert die Öffentlichkeit, mobilisiert Solidarität und arbeitet mit Gewerkschaften sowie europäischen Netzwerken für besseren Arbeitsschutz. Neue Schwerpunkte sind digitaler Aktivismus, die soziale Konditionalität der EU-Agrarpolitik und Gesundheitsrisiken durch Klimaerwärmung.
1. Was haben wir gemacht?
- Ausarbeitung eines Aktionsplans und Aufnahme von Gesprächen mit einem Social-Media-Experten
- Beratung mit rumänischen Erntearbeiter:innen, Besuch eines Gewächshauses in Wien
- Auswahl der wichtigsten zu vermittelnden Informationen und Verfassen von Skripten
- Beratung mit Expert:innen der Gewerkschaft PRO-GE und der Arbeiterkammer, um die Richtigkeit unserer Informationen sicherzustellen
- Aufnahme von Videos im Talking-Head-Stil für mehr Klarheit und zur Berücksichtigung von Algorithmen, die Gesichter bevorzugen
- Aufnahme von B-Roll-Material in Gewächshäusern für mehr Authentizität und ansprechende Bilder
- Videos bearbeiten und mit Untertiteln versehen, mit mehreren Feedback-Runden zur kulturellen Genauigkeit
- Videos auf TikTok hochladen, auf Instagram und Facebook teilen (in Arbeit
- Reach und Engagement überwachen, Verbesserungsmöglichkeiten reflektieren (nach dem Hochladen)
2. Was ist herausgekommen?
- Es wurden 15 Videos in rumänische Sprache gedreht und bearbeitet, die bald veröffentlicht werden.
- Die Arbeiter:innen haben keine Zeit für eine Zusammenarbeit oder möchten nicht vor die Kamera treten – selbst diejenigen, die anfangs interessiert waren, haben sich zurückgezogen, sodass wir
uns selbst filmen mussten. - Dies hat unser Konzept leicht verändert, da wir nicht die Rolle eine:r Arbeiter:in spielen wollten, sondern uns dafür entschieden haben, die Informationen als Sezonieri Aktivist:innen zu präsentieren. Aus diesem Grund hat sich der Stil der Videos von persönlich zu professionell gewandelt, wobei der Schwerpunkt auf allgemeinen Informationen und praktischen Tipps liegt.
3. Was haben wir gelernt?
- Das Bearbeiten dauert lange, wenn man Inhalte erstellen möchte, die sowohl nachvollziehbar als auch informativ sind. Kenntnisse über den kulturellen Kontext der Zielgruppe sind entscheidend,
genauso müssen Algorithmen sozialer Medien berücksichtigt werden. - Das Filmen einer Person ist nur innerhalb der Grenzen möglich, die für diese Person angenehm sind. Es ist wichtig, mehrere Ideen zu haben und genügend Zeit für Experimente vor der Kamera
einzuplanen. - Für die Dreharbeiten und den Schnitt muss mehr Zeit eingeplant werden. Beim Schnitt des bereits gedrehten Materials lernt man viel dazu, daher sollte man Zeit einplanen, um diese Änderungen
und Ideen in einer späteren Phase der Dreharbeiten umzusetzen. - Man muss mit Verzögerungen rechnen: technische Probleme, Krankheit usw. können zu wochenlangen Verschiebungen führen.
- Ein Team mit Mitgliedern in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt (Österreich, Griechenland, Spanien, Rumänien, USA) macht die Planung von Besprechungen sehr schwierig und verlängert alle Prozesse. Die lokale Zusammenarbeit an einem Projekt neben unseren alltäglichen Verpflichtungen ist an sich schon eine Herausforderung.

