Digitales Gewaltschutzprogramm

Digitale Gewalt verstärkt bestehende Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse und bleibt häufig unsichtbar. Mit dem Projekt möchten wir aufbauend auf unserem bestehenden E-Learning „Digitaler Gewaltschutz“ ein Präsenz-Workshop-Design entwickeln, das Fachkräften in Frauenhäusern sowie Frauen- und Beratungsstellen praxisnahes Wissen zu digitaler Gewalt vermittelt. Die modularen Workshops behandeln auf Grundlage langjähriger Expertise technische Grundlagen digitaler Überwachung, IT-Schutzziele und konkrete Gefahrenmodelle. Die Teilnehmenden lernen, digitale Risiken wie Ortung, unbefugte Zugriffe auf Geräte, Passwortmissbrauch, Stalker-Software oder den Missbrauch persönlicher Daten zu erkennen, abzuwehren und Betroffene kompetent zu begleiten. Das Programm stärkt Institutionen darin, digitale Gewalt als integralen Bestandteil geschlechtsspezifischer Gewalt zu verstehen und gezielt dagegen vorzugehen. Zudem werden rechtliche Rahmenbedingungen vermittelt, um rechtswidrige Eingriffe in die Privatsphäre zu erkennen und Betroffene bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu wirksamem Gewaltschutz, zur Gleichstellung der Geschlechter und zum Vertrauen in rechtsstaatliche Prinzipien. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der epicenter.academy, einer hundertprozentigen Tochter des Vereins epicenter.works.

Laufzeit:

01.04.2026 bis 31.12.2026

Summe:

30.115,20 €

epicenter.works

epicenter.works ist eine unabhängige, gemeinnützige Grundrechtsorganisation mit Sitz in Wien, die sich seit 2010 für Grund- und Freiheitsrechte im digitalen Zeitalter einsetzt. Aus dem Arbeitskreis Vorratsdaten Österreich hervorgegangen, hat der Verein früh erfolgreich gegen anlasslose Massenüberwachung gekämpft und wirkt seither aktiv im Bereich Datenschutz, IT-Sicherheit und digitaler Bürger:innenrechte in Österreich und auf EU- sowie UN-Ebene. epicenter.works versteht sich als Stimme der Zivilgesellschaft, die technologische Entwicklungen kritisch begleitet, politische Entscheidungen analysiert und Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes, freies und offenes Internet fördert. Die Organisation kombiniert juristische und technische Expertise, entwickelt Informations- und Bildungsangebote und beeinflusst Gesetzgebungsprozesse, um sicherzustellen, dass Grundrechte in digitalen Kontexten gewahrt bleiben.