



maiz – das autonome Zentrum von und für Migrantinnen, wurde 1994 in Linz gegründet und arbeitet in sechs Bereichen (Beratung, Bildung, Kultur, Jugend, Sex&Work und Wissensproduktion) mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen und geflüchteten Frauen bzw. FLINTA in Österreich zu verbessern, ihre politische und kulturelle Partizipation zu fördern sowie eine Veränderung der bestehenden, ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse zu bewirken. Grundprinzipien unserer Arbeit sind Autonomie, ethische Empörung als Grundlage politischen Handelns, Partizipation und Selbstrepräsentation. Wir setzen uns kritisch mit Rassismus, Sexismus, Transphobie, Homophobie und anderen Formen der Diskriminierung auseinander. Im Spannungsfeld aller vorhandenen Widersprüche bemühen wir uns, kollektive Räume für einen Austausch zu schaffen, mit dem Ziel Interessen von Migrant*innen zu fördern und ihre Forderungen nach außen zu tragen.
1. Was haben wir gemacht?
1. Online Webinar „Imagining Spaces for a Decolonisation of Technology“ am 26.09.2025 zum Online-Aktivismus, Nutzung sozialer Medien, Produktionskette in Bezug auf digitale Technologien und deren
Auswirkungen auf die Ökosysteme der Welt sowie künstlerische und redaktionelle Arbeit als wichtige Elemente der Demokratie. Gäste: Luiza Prado (Brasilien) und Rebeca Ryakitimbo (Kongo). Ein Artikel zu
dem Thema wird in der nächsten Ausgabe von migrazine veröZentlicht.
2. Eine Reihe von drei Workshops mit jungen Migrantinnen* im Alter von 18 bis 27 Jahren über Strategien gegen diskriminierende Narrative in Medien und im Netz. Die folgenden Workshops haben stattgefunden:
– „Unrigg the stories. Kritisches Denken und Handeln gegen Diskriminierung im Netz“ am 4.08.2025 ,
– „How we tell stories“ am 2.09.2025; und
– „News-Hacking. Welche Nachrichten wollen wir auf der ersten Seite lesen?“ am 19.09.2025.
3. Produktion der Ausgabe „Hoffnung skizzieren, Gegennarrative gestalten“ vom migrazine Onlinemagazine
von Migrant*innen für alle, mit Beiträgen von u.a: Mary Maggic, Aimilia Liontou, Sedra Arab, Swarna Manjari, maiz-Jugend. Die Ausgabe wird im Dezember veröffentlicht.
2. Was ist herausgekommen?
Die durchgeführten Aktivitäten regten Diskussionen und den Austausch von Ideen über Technologie und digitale Kommunikation an. Sowohl im Webinar als auch in den Beiträgen zur neuen Ausgabe von migrazine erhielten marginalisierte Perspektiven, widerständige Stimmen und alternative Ansätze Raum. Darüber hinaus haben diese Aktivitäten darauf abgezielt, bestehende Alternativmodelle zu den Big-Tech-Unternehmen bekannt zu machen.
Die Aktivitäten mit jungen Migrant*innen hatten zum Ziel, kritisches Denken in Bezug auf Inhalte und Narrative in (digitalen) Medien anzuregen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, um diskriminierenden Erzählungen entgegenzutreten. Das Bewusstsein für verschiedene Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung in den digitalen Medien sowie für problematische und manipulative Inhalte wie Fake News oder Rage Bait wurde bei den Teilnehmenden
gestärkt. Junge Menschen konnten in eine aktive und handelnde Rolle versetzt werden, indem Gegenstrategien erprobt wurden: Eigene Ideen und Perspektiven wurden ins Zentrum gerückt, die Imagination angeregt und kreative Interventionen ausprobiert.
3. Was haben wir gelernt?
Erkenntnisse und Weiterentwicklungen im Projekt
- Bessere Kalkulation der für ein umfangreiches Projekt erforderlichen Ressourcen ist vonnöten
- Vertiefte Reflexionen sowie Auseinandersetzung mit Widersprüchen in der Nutzung digitaler Technologien in der eigenen Arbeit
- Erweiterung der Erfahrung und des Verständnisses in der Arbeit mit jungen Migrant*innen
- Vertiefte Kenntnisse im Verfassen von Texten für eine Online-Publikation
- Erweiterte Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere hinsichtlich der Websites (maiz und Migrazine) und deren Zugänglichkeit für die Zielgruppe
- Widersprüche zwischen unserem Ideal der ethischen Praxis im digitalen Raum und der Nutzung von Werkzeugen, die wir in unserer Arbeit einsetzen, aufzudecken.
- verschiedenen Aktivitäten thematisch miteinander zu verknüpfen und einen ansprechenden Leitfaden zu erstellen, der den Teilnehmenden verdeutlichte, dass sie ein gemeinsames Ziel
verfolgten.

