Migrationsgeschichten

PROSA – Projekt Schule für alle! begleitet seit 12 Jahren junge Menschen, die vor Krieg und Unterdrückung nach Österreich geflüchtet sind. Viele von ihnen haben sich erfolgreich integriert und arbeiten heute in verschiedenen Berufen oder engagieren sich ehrenamtlich. Um mehr positive Migrationsgeschichten in der Öffentlichkeit zu zeigen, wird eine Kampagne und ein Archiv auf www.migrationsgeschichten.at ins Leben gerufen. Mit Videos, Podcasts und Texten von ehemals Geflüchteten wird eine Plattform geschaffen, die nicht nur diese Geschichten sichtbar macht, sondern sie auch didaktisch für den Unterricht aufbereitet, um bei Jugendlichen eine europäische Identität zu stärken.

Laufzeit:

01.04.2025 bis 31.12.2025

Summe:

€ 35.847,95

Seit 2012 setzt sich Vielmehr für alle! – Verein für Bildung, Wohnen und Teilhabe für Menschenrechte in Österreich ein.

1. Was haben wir gemacht?

Im Rahmen des Projekts „Migrationsgeschichten“ wurden mehr als hundert Beiträge zum Thema Migration erstellt. Diese umfassen unterschiedliche Formate wie Rezepte, persönliche Texte, Videos sowie Bildergalerien. Die Inhalte basieren auf persönlichen Erfahrungen und biografischen Perspektiven und machen Migration aus einer menschlichen und alltagsnahen Sicht sichtbar.

Der erarbeitete Content wird im Rahmen einer Kampagne bis Ende März schrittweise veröffentlicht und verbreitet. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, differenzierte Einblicke zu ermöglichen und einen gesellschaftlichen Dialog zum Thema Migration anzuregen. Darüber hinaus wurden sämtliche Materialien didaktisch aufbereitet. Es wurden eine pädagogische Matrix sowie modulare Workshopformate entwickelt, die es Lehrpersonen ermöglichen, im Sinne des biografischen Lernens mit Schüler:innen zum Thema Migration zu arbeiten. Die Lernmaterialien stehen hier online frei zur Verfügung.

Die Workshops und Materialien werden in Wien in Kooperation mit WienXtra sowie österreichweit über den OeAD angeboten und umgesetzt. Sowohl die Kampagne als auch die Lernmaterialien sind nachhaltig konzipiert und so aufgebaut, dass sie langfristig weitergeführt und erweitert werden können. Die Website sowie die Lernmaterialien werden bis zur ersten Presseveröffentlichung laufend redaktionell und didaktisch überarbeitet und weiterentwickelt.

2. Was ist herausgekommen?

Die Kampagne konnte bereits zur Halbzeit eine beachtliche Reichweite erzielen. Auf Instagram wurden über 150.000 Aufrufe und rund 7.000 Interaktionen erreicht. Allein das Intro zur Kampagne verzeichnet knapp 23.000 Aufrufe, etwa 1.000 Likes sowie insgesamt rund 2.000 Interaktionen. Die erfolgreichste Bildergalerie erzielte rund 18.000 Aufrufe.

Die überwiegende Mehrheit der Rückmeldungen auf die Kampagne ist positiv. Die Kommentare sind – mit wenigen Ausnahmen – wertschätzend und unterstützend. Einzelne negative Beiträge mit verhärtender bzw. hetzerischer Tendenz blieben eine klare Minderheit und bestätigen zugleich die gesellschaftliche Relevanz des Themas.

Sowohl beteiligte Personen als auch externe Beobachter:innen haben sehr positive Rückmeldungen zur Kampagne gegeben. Darüber hinaus haben Organisationen und Initiativen Interesse an einer Weiterführung bzw. Zusammenarbeit signalisiert, darunter beispielsweise der ÖFB sowie die ÖH.

Im Bereich der Bildungsarbeit befinden sich Website und Lernmaterialien derzeit noch in Überarbeitung. Einzelne Verlinkungen funktionieren noch nicht vollständig, und die Struktur des Lernbereichs wird aktuell übersichtlicher gestaltet, um eine bessere Nutzung im Unterricht zu ermöglichen. Aufgrund begrenzter zeitlicher Ressourcen in der technischen Umsetzung erfolgen diese Optimierungen in den ersten Februarwochen. Zusätzlich befinden sich derzeit noch acht Porträts in der Postproduktion. Diese werden gemeinsam mit dem ersten Pressebeitrag veröffentlicht und sollen die Reichweite sowie die inhaltliche Wirkung der Kampagne weiter verstärken.

Insgesamt hat das Projekt bereits jetzt zu erhöhter Sichtbarkeit, positiver Resonanz und wachsendem Interesse an einer Fortsetzung beigetragen.

Zur Website Migrationsgeschichten

3. Was haben wir gelernt?

Im Verlauf des Projekts wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit mit einer großen Zahl an Beteiligten – insgesamt 32 porträtierten Personen sowie einem Filmteam – einen deutlich längeren zeitlichen Vorlauf erfordert als ursprünglich angenommen. Viele der Mitwirkenden stehen in laufenden beruflichen oder vertraglichen Verpflichtungen und wollten durch ihre Teilnahme an einer pro-bono-Initiative keine bestehenden Vereinbarungen beeinträchtigen. Dadurch mussten Termine besonders sensibel abgestimmt werden.

Auch die Verfügbarkeit des Filmteams stellte eine organisatorische Herausforderung dar. Für jede porträtierte Person war in der Regel nur ein Drehtag vorgesehen, was die Koordination komplex machte und teilweise zu Verzögerungen in der Postproduktion führte. Diese Verzögerungen wirkten sich wiederum auf die Webentwicklung aus, da für den strukturellen Aufbau der Website zunächst alle Materialien benötigt wurden.

Zusätzlich mussten mehrere Abläufe improvisiert werden. Die Sommermonate erwiesen sich für Dreharbeiten als ungeeignet, sodass ein Großteil der Produktion erst im Herbst stattfinden konnte. Dadurch verringerte sich der zeitliche Spielraum für Fertigstellung und Veröffentlichung.

Im Bereich der Kampagnenarbeit wurde deutlich, wie stark die Logik sozialer Medien – insbesondere der Instagram-Algorithmus – die Umsetzung beeinflusst. Veröffentlichungsrhythmen, Abstände zwischen Beiträgen und die Performance der ersten Posts haben großen Einfluss auf die Reichweite. Aus diesem Grund wurde strategisch entschieden, mit besonders bekannten Influencer:innen zu starten, was wiederum eine Anpassung an deren zeitliche Verfügbarkeit erforderte.

Was gut lief:

  • Hohe Motivation und Engagement der Beteiligten
  • Sehr gute inhaltliche Qualität der Porträts und Beiträge
  • Starke Resonanz und Reichweite der Kampagne
  • Erfolgreiche Verbindung von Kampagne und Bildungsarbeit

Was herausfordernd war:

  • Komplexe Termin- und Produktionskoordination
  • Zeitliche Abhängigkeiten zwischen Produktion, Postproduktion und Webentwicklung
  • Begrenzter zeitlicher Rahmen durch saisonale und organisatorische Faktoren
  • Anpassung an Dynamiken sozialer Medien

Was wir für die Zukunft mitnehmen:

  • Größeren zeitlichen Vorlauf für Koordination und Produktion einplanen
  • Produktions- und Webprozesse stärker parallelisieren
  • Social-Media-Strategie frühzeitig und algorithmusbewusst planen
  • Flexiblere Zeitfenster für Mitwirkende und Partnerorganisationen vorsehen

    Die gesammelten Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung und nachhaltige Fortführung des Projekts.