Sexuelle Bildung und ihr Beitrag zur Demokratiestärkung unserer Gesellschaft

Die Aktivität verknüpft Sexuelle Bildung mit Demokratiebildung und fördert eine aufgeklärte, diskriminierungsfreie und selbstbestimmte Gesellschaft. Jugendliche erhalten über TikTok faktenbasierte Inhalte zu sexueller Selbstbestimmung, Konsens, Diversität und Gewaltprävention, um ihre Rechte und Körperwissen besser zu verstehen. Fachkräfte werden über Instagram sowie durch Weiterbildungen und Vernetzungstreffen unterstützt, Sexuelle Bildung und Menschenrechtsbildung gezielt zu verbinden.Geplante Maßnahmen umfassen 10 Social-Media-Posts für Fachkräfte, 10 TikTok-Videos für Jugendliche, eine Fortbildung in Graz zu Social-Media-Kompetenzen sowie zwei Online-Vernetzungstreffen. Damit werden Menschenwürde, Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und Demokratiekompetenz gestärkt.

Laufzeit:

01.04.2025 bis 31.12.2025

Summe:

€ 13.300,00

Unser Ziel ist es seit 2011, pädagogische Einrichtungen und Institutionen in der Auseinandersetzung mit sexualpädagogischen Themen und Fragestellungen zu unterstützen. Besonders wichtig ist uns dabei die Begleitung und Implementierung gesundheitsfördernder Maßnahmen in der Sexuellen Bildung, die Entwicklung struktureller Prävention und die Sicherstellung eines gelebten Kinderschutzes. Zur Website

1. Was haben wir gemacht?

Wir haben TikTok-Videos zur Sexuellen Bildung für Jugendliche produziert und veröffentlicht, ein Online-Vernetzungstreffen mit Fachkräften aus dem deutschsprachigen Raum durchgeführt und ein weiteres vorbereitet (findet im Dezember statt). Am 20.11.2025 organisieren wir den Fachtag „Likes für Aufklärung – Sexuelle Bildung auf Social Media gestalten“ mit rund 50 Teilnehmenden.

Parallel erstellen wir Instagram-Inhalte für Fachkräfte und Partnerorganisationen zur digitalen Sichtbarkeit von Sexueller Bildung als Teil von Demokratiebildung.
Für die Umsetzung ist das Team von lil* zuständig, in enger Kooperation mit Expert*innen und Fachkräften aus der Sexuellen Bildung aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Aktivitätsbericht

2. Was ist herausgekommen?

Wir haben klar gesehen, wie groß der Bedarf an faktenbasierter Sexualpädagogik im digitalen Raum ist, weil Jugendliche dort oft auf Mythen, Unsicherheiten und fehlende Orientierung treffen. Gleichzeitig wurde durch die Erstellung der Videos und die Vorbereitung der Vernetzungstreffen und des Fachtags ein gemeinsames Verständnis dafür geschaffen, wie Sexualpädagogik im digitalen Raum professionell umgesetzt werden kann bzw. was die Herausforderungen dabei sind.

Fachkräfte berichten, dass ihnen unsere Inhalte und Vernetzungsangebote helfen, Sexualpädagogik klarer einzuordnen, sicherer darüber zu sprechen und ihre Arbeit stärker als Beitrag zur Demokratiebildung zu verstehen. Durch die Vernetzung wurde klar, dass hier die Solidarität unter den Institutionen, die Sexuelle Bildung Online thematisieren, wichtige Grundlage für wirkungsvolle Angebote ist. Es sind Ideen dazu entstanden, wie durch Netzwerk und gemeinsame Aktivitäten auch die Erreichbarkeit von Jugendlichen gestärkt werden kann.

Insgesamt konnten wir bewirken, dass Sexualpädagogik als menschenrechtsbasierter, demokratiestärkender Bereich wahrgenommen wird und dass das Verständnis für digitale Räume als ein wichtiger Ort für Schutz, Orientierung und Teilhabe von Jugendlichen gestärkt wurde.

3. Was haben wir gelernt?

Wir sehen, dass Jugendliche verlässliche, unaufgeregte Informationen erhalten, die sie sonst online oft nicht finden. Gleichzeitig wurde durch die Umsetzung des Projektes deutlich, dass auch Erwachsene Aufklärung brauchen: vielen ist nicht bewusst, was Sexuelle Bildung leistet, warum sie Teil der Demokratiebildung ist und wie sie Schutz, Teilhabe und Integrität stärkt. Dieses fehlende Verständnis führt oft zu Hemmschwellen.

Sehr gut funktioniert hat der Austausch mit Fachkräften: die Vernetzungstreffen zeigen, wie groß der Bedarf an Orientierung, fachlicher Sicherheit und kollegialem Austausch zum Thema „Sexuelle Bildung im digitalen Raum“ ist.

Herausfordernd war vor allem der algorithmische Umgang mit sexuellen Inhalten, etwa Einschränkungen oder Sperren bei fachlicher und pädagogischer Ausrichtung. Auch die Balance zwischen Sichtbarkeit und sensibler Kommunikation im öffentlichen digitalen Raum bleibt anspruchsvoll.

Für die Zukunft nehmen wir mit, dass digitale Sexualpädagogik dauerhaft notwendig ist, dass Partizipation über die Themen der Jugendlichen sehr gut funktioniert und dass es stabile Netzwerke braucht, um menschenrechtsbasierte Sexualpädagogik online sichtbar und professionell zu halten.