Jahrgang: 2025

  • DiB – Demokratiebildung in Basisbildungsangeboten

    DiB – Demokratiebildung in Basisbildungsangeboten

    Die Basisbildungszentrum abc-Salzburg gGmbH ist eine Non-Profit-Organisation in Salzburg. Seit 1999 bieten sie Kurse in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen, Umgang mit digitalen Medien sowie Englisch-Grundlagen. Die Alphabetisierungs-/Basisbildungsangebote richten sich an Jugendliche und Erwachsene mit Deutsch als Erstsprache und an Personen, die sich auf Deutsch gut verständigen können. Die Beratungs- und Lernangebote unterstützen die Teilnehmer:innen, Kenntnisse von Grund auf zu erwerben oder aufzufrischen. Sie unterstützen das Lebenslange Lernen sowie die aktive gesellschaftliche Teilhabe und erhö­hen die Chancen auf Zugänge zum Arbeitsmarkt. Die Einrichtung versteht Basisbildung als Grundrecht und setzt sich dafür ein, dass die Vision „Basisbildung für alle!“ Schritt für Schritt umge­setzt wird. Die Arbeit wird finanziert aus Mitteln des ESF, des BMBWF, des Landes und der Stadt Salzburg.

    1. Was haben wir gemacht?

    Im Rahmen des Projekts wurde ein Materialienbuch entwickelt, um Trainer:innen in der Basisbildung praxisnahe Werkzeuge für den Unterricht an die Hand zu geben. Es bietet eine Sammlung von Arbeitsblättern und methodischen Hinweisen, die speziell darauf ausgerichtet sind, Demokratiebildung mit der Förderung von Schriftsprachkompetenz zu verbinden. Ziel ist es, Trainer:innen zu ermöglichen, mit einfachen, alltagsnahen Materialien sowohl (schrift)sprachliche als auch gesellschaftliche Kompetenzen zu fördern.
    Lernende sollen ihren Gestaltungsspielraum im direkten Umfeld und somit in der Gesellschaft, im demokratischen System, erfahren. Sie erleben sich als handlungsfähige und selbstwirksame Personen.

    Das Projekt umfasste eine Bedarfsanalyse im Vorfeld sowie eine Recherche bereits vorhandener Materialien. Hauptteil des Projekts bildete die konkrete Materialentwicklung für die spezielle Zielgruppe von Erwachsenen mit Basisbildungsbedarf. Sämtliche Materialien wurden von einer erfahrenen, langjährig in der Basisbildung tätigen Trainerin erstellt. Die Materialien werden online zur Verfügung gestellt und stehen bspw. auf www.alphabetisierung.at kostenlos zum Download bereit.

    Das im Call 2025 entstandene Arbeitsmaterial zur Demokratiebildung kann hier heruntergeladen werden:

    2. Was ist herausgekommen?

    ie Wirkung des Projekts lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt erst in Ansätzen einschätzen, da die vollständige Nutzung und Verbreitung der Materialien erst nach Projektende ihre ganze Wirkung entfalten wird.
    Erste Rückmeldungen von Tainerkolleg:innen zeigen, dass die entwickelten Materialien Lernenden einen niedrigschwelligen Zugang zu demokratischen Themen bieten. Sie erhoffen sich, dass die neuen Materialien ihre pädagogische Praxis stärken und Demokratiebildung leichter in den Kursalltag integrierbar machen. Aufgrund der Thematisierung im Rahmen von Teamsitzungen hat das Projekt bereits zu mehr Aufmerksamkeit für Demokratie-Themen in der Basisbildung geführt.

    Die Veröffentlichung auf www.alphabetisierung.at wird langfristig dafür sorgen, dass die Materialien weit verbreitet und von vielen Trainer:innen genutzt werden. Im Rahmen von Projektvorstellungen in Netzwerksitzungen haben bereits andere Einrichtungen Interesse an den Materialien bekundigt. Je mehr demokratische Kompetenzen von Basisbildungsteilnehmer:innen nachhaltig gestärkt werden können, umso selbstbewusster, informierter und aktiver können sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

    Insgesamt zeigt sich: Die angestoßenen Veränderungen sind sichtbar, ihre volle Wirkung wird sich jedoch erst nach der breiten Nutzung im Regelbetrieb zeigen.

    3. Was haben wir gelernt?

    Im Projekt konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, die zeigen, dass Demokratiebildung in der Basisbildung gut umsetzbar ist, wenn Inhalte alltagsnah, visuell unterstützt und sprachlich vereinfacht dargestellt werden.
    Besonders gut funktionierte die Zusammenarbeit mit den Trainer:innen, deren langjährige Erfahrung und hohe fachliche Kompetenz die Materialentwicklung entscheidend bereichert haben. Austausch im Team und mit Kolleginnen erwies sich als großer Vorteil, da unterschiedliche Perspektiven und Praxiserfahrungen unmittelbar in die Entwicklung einfließen konnten. Erfahrungsgemäß reagieren Lernende sehr positiv auf klare Schritt-für-Schritt-Aufgaben, einfache Sprache sowie Themen, die einen Alltagsbezug aufweisen.

    Aus den Erfahrungen der Trainer:innen wissen wir, dass manche Teilnehmer:innen politischen oder gesellschaftlichen Themen zunächst mit Zurückhaltung begegnen, weshalb eine vertrauensvolle und sichere Lernatmosphäre besonders wichtig ist.

    Der anfängliche konzeptionelle Entwicklungsprozess erwies sich als zeitintensiver als erwartet, weil thematische Auswahl, wiederholtes Durchdenken, Vereinfachen und Strukturieren der Inhalte notwendig war. Für die Zukunft nehmen wir mit, dass Demokratiebildung konsequent einfache Sprache und gleichzeitig hohe didaktische Qualität braucht. Die Partizipation der Trainer:innen im Entwicklungsprozess bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor, den wir weiter stärken möchten. Ebenso hat sich gezeigt, dass anpassbare Materialien besonders hilfreich sind, weil sie auf die Bedürfnisse der jeweiligen Teilnehmenden angepasst und flexibel eingesetzt werden können.

    Idealerweise können digitale Werkzeuge künftig noch gezielter eingesetzt werden.
    Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass ein durchaus großer Bedarf an demokratiefördernden Lernmaterialien in der Basisbildung besteht. Das Projekt hat eine bislang wenig beachtete Lücke sichtbar gemacht und gezeigt, welches Potenzial in zielgruppengerechter Demokratiebildung steckt. Diese Erfahrungen motivieren uns, die Themen weiter zu vertiefen und in zukünftigen Projekten weitere Materialien zu entwickeln.

  • Werte im Wandel – Generationendialog zur Zukunft der Demokratie

    Werte im Wandel – Generationendialog zur Zukunft der Demokratie

    WUS Austria ist eine politisch unabhängige NGO (Verein) mit Sitz in Graz, die sich für das Menschenrecht auf Bildung einsetzt. Seit 1983 fördern wir akademischen Austausch, Menschenrechtsbildung und die Stärkung der Zivilgesellschaft im In- und Ausland – zunächst in Afrika, Süd- und Mittelamerika, heute mit Fokus auf Südost- und Osteuropa. Zudem betreiben wir eine Zweigstelle in Prishtina und engagieren uns in weiteren Regionen wie Zentralasien und dem Kaukasus. Durch gezielte Bildungsinitiativen und interdisziplinäre Kooperationen setzen wir uns für Demokratie, Menschenrechte und europäische Grundwerte ein. In Österreich stärken wir die Vernetzung zivilgesellschaftlicher Akteure und fördern den Dialog zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Unser Ziel ist es, durch nachhaltige Projekte und internationale Kooperationen langfristige positive Veränderungen im Bildungs- und Menschenrechtsbereich zu bewirken.

    1. Was haben wir gemacht?

    Wir haben in drei Gemeinden in der Steiermark und Kärnten intergenerationelle Dialoge über Demokratie, Wertewandel und gesellschaftliche Veränderungen durchgeführt. Rund 60 Senior:innen und Jugendliche nahmen an moderierten Erzählcafés teil, in denen persönliche Demokratieerfahrungen und aktuelle Herausforderungen besprochen wurden. Ergänzend führten wir Tiefeninterviews für den Baseline-Research durch, und Jugendliche interviewten ältere Menschen, deren Geschichten als Blogbeiträge veröffentlicht wurden. Um den Zugang zur Zielgruppe sicherzustellen, kooperierten wir in allen Gemeinden mit etablierten lokalen Einrichtungen – der Bücherei Gröbming, dem Jugendzentrum Arena Gratkorn und Initiatives Viktring. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden generationenübergreifende Demokratie-Workshops zum Thema „Miteinander im Netz – Social Media, Meinungsfreiheit und Hassrede“ vorbereitet, die gerade stattfinden.

    Best Practice Leitfaden für Erzählcafés von WUS Austria
    Blogbeiträge ‚Werte im Wandel – Stimmen der Generationen‘
    Narrativer Bericht: Interviews zur Baseline-Erhebung

    2. Was ist herausgekommen?

    Die Interviews, Erzählcafés und Workshops haben einen offenen Raum geschaffen, in dem Senior:innen und Jugendliche gemeinsam über Demokratie, Meinungsfreiheit und den schnellen gesellschaftlichen Wandel sprechen konnten. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie neue Perspektiven gewonnen und ein besseres Verständnis für die Erfahrungen der jeweils anderen Generation entwickelt haben. Besonders positiv hervorgehoben wurde, dass das Projekt einen geschützten Rahmen bot, um über sensible Themen offen zu sprechen und die rasanten Veränderungen der heutigen Welt gemeinsam zu reflektieren. Alle Mitveranstalter:innen wollen die Idee des Erzählcafes in ihren Einrichtungen und Initiativen aufgreifen und solche Formate in Zukunft anbieten. Insgesamt wurde der intergenerationelle Dialog gestärkt und das Bewusstsein für demokratische Werte vertieft.

    3. Was haben wir gelernt?

    Wir haben gelernt, dass informelle, dialogorientierte Formate besonders gut funktionieren, um generationenübergreifend über Demokratie, Werte und gesellschaftlichen Wandel ins Gespräch zu kommen. Die Erzählcafés zeigten, dass sowohl ältere Menschen als auch Jugendliche großes Interesse an Austausch haben, wenn ein sicherer und wertschätzender Rahmen geschaffen wird. Herausfordernd war es, in manchen Gemeinden beide Zielgruppen gleichzeitig zu erreichen – hier waren die Kooperationen mit lokalen Einrichtungen entscheidend. Zudem hat sich gezeigt, dass die Themen Meinungsfreiheit, digitale Kommunikation und gesellschaftlicher Wandel sehr emotional sein können und mehr Zeit für Reflexion benötigen. Für die Zukunft nehmen wir mit, dass niedrigschwellige, persönliche Gesprächsformate Vertrauen schaffen, dass generationenübergreifendes Lernen großen Mehrwert hat und dass digitale Themen in analoge Räume geholt werden müssen, um wirklich verstanden zu werden.

    Statements von WUS Austria zu ProEuropeanValuesAT

    Was hat sich durch ProEuropeanValuesAT für dich oder deine Aktivität nachhaltig verändert?

    Durch das Projekt konnten wir unsere informellen, dialogorientierten Formate weiterentwickeln und auch in einer zunehmend eingeschränkten zivilgesellschaftlichen Umgebung Impulse für demokratische Werte setzen.

    Was würdest du Menschen sagen, die überlegen einzureichen, sich aber noch unsicher sind?

    Es lohnt sich einzureichen, denn dank der Förderung lassen sich selbst im kleinen Rahmen auf lokaler Ebene spürbare Veränderungen bewirken.

    Vollende den Satz:
    Demokratie braucht Aktivitäten wie meine, weil …

    …niedrigschwellige, persönliche Gesprächsformate Vertrauen schaffen, neue Perspektiven eröffnen und einen sicheren Raum für wertvollen Austausch bieten.

  • Gemeinsam für morgen: Demokratie und europäische Wert in Salzburg Gemeinden

    Gemeinsam für morgen: Demokratie und europäische Wert in Salzburg Gemeinden

    Awardübergabe beim Kickoff Event März 2025

    VIELE (Verein und gGmbH) ist ein Bildungs-, Beratungs- und Kulturzentrum für Menschen mit Migrationsgeschichte bzw. in interkulturellen Beziehungen. Die Schwerpunkte unserer Tätigkeit liegen in den Bereichen Bildung und Beratung sowie in der Erarbeitung von Integrations- Gesundheits- und Kulturprojekten. Vor dem Hintergrund eines humanistischen und feministischen Weltbildes sieht sich VIELE dazu verpflichtet, vor allem Frauen und Mädchen über ihre Rechte in Österreich und Männer zu den Rechten von Frauen und Mädchen aufzuklären. Wir unterstützen und begleiten alle Menschen bei der Durchsetzung ihrer Rechte und zwar im Kontext mit den europäischen Werten hinsichtlich Gleichwertigkeit der Geschlechte, Demokratie und freie Meinungsäußerung sowie der in EU-Ländern gültigen gemeinsamen Gesetze.

    VIELE stellt sich vor

    1. Was haben wir gemacht?

    • Einzelgespräche inkl. Befragung zu Europäischen Werten
    • Konzeption der Podcasts auf Deutsch und dann von den muttersprachlichen Mitarbeitenden in deren Muttersprache übersetzt.
    • Design der Workshops inkl. Inhaltliche Themen und Methoden (Präsentation, Gesprächsrunde, Feedback geben)
    • Wer war beteiligt? -> Mitarbeitende von VIELE

    Hier können die Podcasts in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden:

    2. Was ist herausgekommen?

    Durch die Einzelgespräche und die Befragung mittels Fragebogen wurden die Wissens-Defizite klar erkennbar. Auch die Intention nach Österreich zu kommen, wurde im Gespräche geklärt und wird ebenfalls im Endbericht dargestellt. Die Rückmeldungen waren sehr positiv und unsere Aktivitäten wurden von den Einzelpersonen als wichtig, richtig und hilfreich für das Verständnis der österreichischen und europäischen Rahmenbedingungen, Gesetze und Möglichkeiten bewertet.

    3. Was haben wir gelernt?

    Gesammelte Erfahrungen:

    • Einzelgespräche sind zu Beginn wichtig, damit Daten für die Auswertung und die weiteren inhaltlichen Schritten vorliegen.
    • Wir hatten bei der Einreichung eine mündliche Zusage für Podcasts und Videos. Der Mitarbeiter, der dies mündlich zugesagt hat, war nach dem Projektstart nicht mehr verfügbar. (Schlechte Erfahrung)
    • Wir haben uns ausführlich und intern zum Thema Podcasts fortgebildet.

    Gut gelaufen:

    • Die internen Aufträge zu den Podcasts wurden sehr gut umgesetzt.
    • Die Fragebögen zu den Europäischen Werten ebenfalls und auch in verschiedenen Muttersprachen übersetzt.
    • Interne Schulungen der im Projekt tätigen Mitarbeitenden (Werte, Demokratie, Menschrechte, gesetzliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen im Vergleich EU zu Österreich. (Auch Lernerfahrung für die Zukunft)

    Herausforderung:

    • Produktion von Videos. Ging gründlich daneben. Für die 2. Einreichung haben wir zwei Profis mit schriftlicher Zustimmung für die Einreichung verpflichtet.
    • Keine rasche Zustimmung der für Asylquartiere zuständigen Fachabteilung für die Workshops in diesen möglich.

    Gesammelte Erfahrungen:

    • Die Erfahrung für die Zukunft bezieht sich auf die Schriftform der Vertragsgestaltung/ Auftragsvergabe.
    • Die Teilnahme an Veranstaltungen zu PEWA ist grundsätzlich ok, es gibt allerdings Zeiträume, in denen eine Dienstreise in ein anderes Bundesland nicht möglich ist.
    • Es braucht keine zusätzliche Dokumentation, wenn es Listen für Workshops, Listen für Ansprechpartner (z.B. Fachaufsicht Asylquartiere) und Listen für mögliche Formate/Methoden gibt.
    • Die Auswertung der Fragebögen geht einfach und schnell, wenn es folgende Fragen gibt:
      • Offene Fragen (5) für die persönliche Einschätzung der Europäischen Werte
      • Geschlossene Fragen (9) mit einer Bewertung von 1 (sehr gut/sehr viel) bis 5 (nicht gut/zu wenig).
    • Wenn das Team mitspielt, ist eine angenehme Atmosphäre beim Arbeiten gesichert. (Ja, das Team hat mitgespielt)
    • Bei Meetings mit dem Board von PEVA gibt es Phasen, die zu lange sind und Phase, die jedes Mal wiederholt werden.
    • Für den Lungau braucht es andere Formen der Kommunikation wie z.B. persönliche Gespräche vor Ort statt Mails.

    Die Vorlaufzeit für Workshops in Asylquartiere ist extrem lang, weil mehrere Abteilungen und Kooperationspartner zustimmen müssen. Es ist fix vereinbart, dass in der 2. Förderperiode die Asylquartiere ohne weitere Beratungen direkt angesprochen werden. Die zuständige Fachaufsicht hat das so freigegeben.

  • Erzählungen für die Transformation

    Erzählungen für die Transformation

    maiz – das autonome Zentrum von und für Migrantinnen, wurde 1994 in Linz gegründet und arbeitet in sechs Bereichen (Beratung, Bildung, Kultur, Jugend, Sex&Work und Wissensproduktion) mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen und geflüchteten Frauen bzw. FLINTA in Österreich zu verbessern, ihre politische und kulturelle Partizipation zu fördern sowie eine Veränderung der bestehenden, ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse zu bewirken. Grundprinzipien unserer Arbeit sind Autonomie, ethische Empörung als Grundlage politischen Handelns, Partizipation und Selbstrepräsentation. Wir setzen uns kritisch mit Rassismus, Sexismus, Transphobie, Homophobie und anderen Formen der Diskriminierung auseinander. Im Spannungsfeld aller vorhandenen Widersprüche bemühen wir uns, kollektive Räume für einen Austausch zu schaffen, mit dem Ziel Interessen von Migrant*innen zu fördern und ihre Forderungen nach außen zu tragen.

    1. Was haben wir gemacht?

    1. Online Webinar „Imagining Spaces for a Decolonisation of Technology“ am 26.09.2025 zum Online-Aktivismus, Nutzung sozialer Medien, Produktionskette in Bezug auf digitale Technologien und deren
    Auswirkungen auf die Ökosysteme der Welt sowie künstlerische und redaktionelle Arbeit als wichtige Elemente der Demokratie. Gäste: Luiza Prado (Brasilien) und Rebeca Ryakitimbo (Kongo). Ein Artikel zu
    dem Thema wird in der nächsten Ausgabe von migrazine veröZentlicht.


    2. Eine Reihe von drei Workshops mit jungen Migrantinnen*
    im Alter von 18 bis 27 Jahren über Strategien gegen diskriminierende Narrative in Medien und im Netz. Die folgenden Workshops haben stattgefunden:
    – „Unrigg the stories. Kritisches Denken und Handeln gegen Diskriminierung im Netz“ am 4.08.2025 ,
    – „How we tell stories“ am 2.09.2025; und
    – „News-Hacking. Welche Nachrichten wollen wir auf der ersten Seite lesen?“ am 19.09.2025.


    3. Produktion der Ausgabe „Hoffnung skizzieren, Gegennarrative gestalten“ vom migrazine Onlinemagazine
    von Migrant*innen für alle, mit Beiträgen von u.a: Mary Maggic, Aimilia Liontou, Sedra Arab, Swarna Manjari, maiz-Jugend. Die Ausgabe wird im Dezember veröffentlicht.

    2. Was ist herausgekommen?

    Die durchgeführten Aktivitäten regten Diskussionen und den Austausch von Ideen über Technologie und digitale Kommunikation an. Sowohl im Webinar als auch in den Beiträgen zur neuen Ausgabe von migrazine erhielten marginalisierte Perspektiven, widerständige Stimmen und alternative Ansätze Raum. Darüber hinaus haben diese Aktivitäten darauf abgezielt, bestehende Alternativmodelle zu den Big-Tech-Unternehmen bekannt zu machen.

    Die Aktivitäten mit jungen Migrant*innen hatten zum Ziel, kritisches Denken in Bezug auf Inhalte und Narrative in (digitalen) Medien anzuregen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, um diskriminierenden Erzählungen entgegenzutreten. Das Bewusstsein für verschiedene Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung in den digitalen Medien sowie für problematische und manipulative Inhalte wie Fake News oder Rage Bait wurde bei den Teilnehmenden
    gestärkt. Junge Menschen konnten in eine aktive und handelnde Rolle versetzt werden, indem Gegenstrategien erprobt wurden: Eigene Ideen und Perspektiven wurden ins Zentrum gerückt, die Imagination angeregt und kreative Interventionen ausprobiert.

    3. Was haben wir gelernt?

    Erkenntnisse und Weiterentwicklungen im Projekt

    • Bessere Kalkulation der für ein umfangreiches Projekt erforderlichen Ressourcen ist vonnöten
    • Vertiefte Reflexionen sowie Auseinandersetzung mit Widersprüchen in der Nutzung digitaler Technologien in der eigenen Arbeit
    • Erweiterung der Erfahrung und des Verständnisses in der Arbeit mit jungen Migrant*innen
    • Vertiefte Kenntnisse im Verfassen von Texten für eine Online-Publikation
    • Erweiterte Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere hinsichtlich der Websites (maiz und Migrazine) und deren Zugänglichkeit für die Zielgruppe
    • Widersprüche zwischen unserem Ideal der ethischen Praxis im digitalen Raum und der Nutzung von Werkzeugen, die wir in unserer Arbeit einsetzen, aufzudecken.
    • verschiedenen Aktivitäten thematisch miteinander zu verknüpfen und einen ansprechenden Leitfaden zu erstellen, der den Teilnehmenden verdeutlichte, dass sie ein gemeinsames Ziel
      verfolgten.

  • Lernen U-N-D mehr

    Lernen U-N-D mehr

    Der Verein U-N-D entwickelt innovative, partizipative und inklusive Projekte, die der Gesellschaft dienen und nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen bewirken. Unsere Arbeitsbereiche orientieren sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Gemeinsam setzen wir uns für eine positive Transformation unserer Gemeinschaft ein.

    1. Was haben wir gemacht?

    Seit April haben wir mit dem Projekt „Lernen und Mehr“ begonnen – einer Lernplattform, die speziell für Menschen mit Migrationsgeschichte entwickelt wurde, um den Einstieg in das Leben in Österreich zu erleichtern. Schon in der ersten Testphase war Demokratie der Leitgedanke: Die Zielgruppe sollte nicht nur Nutzerin sein, sondern Mitgestalterin. Auf Wunsch vieler Teilnehmender wurde deshalb entschieden, das Angebot als mobile App weiterzuentwickeln, damit es immer und überall verfügbar ist – auch offline und damit für alle zugänglich. In den mehrsprachigen Workshops wurden in gemeinsamen Brainstorming-Runden zuerst Wünsche, Ideen und Bedürfnisse gesammelt und anschließend direkt in praktischen App-Tests überprüft und diskutiert. Damit war die Reihenfolge demokratisch klar: erst die Stimme der Zielgruppe, dann die Technik. Die Workshops wurden muttersprachlich begleitet, Feedbackbögen ermöglichten eine systematische Auswertung, und parallel fanden Train-the-Trainer-Einheiten in mehreren Sprachen statt. Der gesamte Prozess wurde wissenschaftlich begleitet, um die Ergebnisse nachvollziehbar aufzubereiten.
    An Entwicklung und Umsetzung arbeiten Teammitglieder des Vereins gemeinsam mit Freiwilligen und Honorarkräften. Beteiligte Personen sind u. a. Rukija, Paul (Programmierung), Laura (Design), Olivia (Inhalte) sowie weitere Unterstützer:innen für Inhalt, Organisation und Begleitung der Workshops. Für uns ist der partizipative Prozess das zentrale demokratische Instrument in diesem Projekt: Die Zielgruppe entscheidet aktiv mit, was gebraucht wird, wie es aussehen soll und was wirklich funktioniert. So entsteht eine App, die nicht „für“, sondern mit Menschen entwickelt wird – und damit Teilhabe, Selbstbestimmung und faire Zugänge in der digitalen Welt stärkt.

    2. Was ist herausgekommen?

    Aus dem Projekt hat sich eine zugängliche, mehrsprachige Lern-App entwickelt, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppen abgestimmt ist. Die App ermöglicht das Lernen zu wichtigen Themen des Alltags in Österreich – einfach, verständlich und jederzeit verfügbar. Die Teilnehmer:innen reagierten sehr positiv: Viele äußerten Freude darüber, dass ein solches Angebot existiert, und lobten besonders die Möglichkeit, in ihrer Muttersprache zu lernen. Sie fühlten sich durch die Beteiligung am Entwicklungsprozess ernst genommen und motiviert, ihre Ideen einzubringen. Die regelmäßigen Workshops und Testphasen führten zu einem stetigen Vertrauensaufbau zwischen dem Team und den Nutzer:innen. Zudem entstanden neue Kontakte und Netzwerke zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprachen, was den interkulturellen Austausch gestärkt hat. Die Rückmeldungen flossen direkt in die technische und inhaltliche Weiterentwicklung der App ein. Dadurch konnte das Angebot Schritt für Schritt verbessert und auf reale Bedürfnisse abgestimmt werden.

    3. Was haben wir gelernt?

    Wir haben gelernt, dass Partizipation – also die aktive Einbindung der Zielgruppen – entscheidend für den Projekterfolg ist. Menschen sind deutlich motivierter, wenn sie sehen, dass ihre Ideen gehört und umgesetzt werden. Mit jeder weiteren Beteiligung ist das Vertrauen gewachsen, und damit auch die Bereitschaft, persönliche Erfahrungen zu teilen.
    Ein zentraler Schlüssel war die mehrsprachige Arbeit. Nur so konnten wir Barrieren abbauen und echte Teilhabe ermöglichen. Besonders wirkungsvoll waren offene Formate wie Brainstormings, App-Tests und Feedbackrunden, weil sie niedrigschwellig sind und direktes, ehrliches Feedback ermöglichen.
    Herausfordernd war es, die sehr unterschiedlichen technischen Vorkenntnisse zu berücksichtigen. Gleichzeitig hat genau diese Vielfalt viele kreative Lösungen hervorgebracht. Im Prozess wurde außerdem klar, wie zeitintensiv und anspruchsvoll partizipative Digitalisierungsarbeit ist. Wir haben auch stärker als erwartet gesehen, wie gering digitale Kompetenzen vor allem bei migrantischen, schlechter ausgebildeten Frauen teilweise sind – und dass viele geflüchtete Menschen selbst in der Erstsprache nur eingeschränkt lesen und schreiben können. Das Ausmaß dieser Hürden war uns vor Projektstart nicht vollständig bekannt.
    Diese Erfahrungen bestärken uns, diesen Weg weiterzugehen. Partizipation braucht Zeit und Dialog, ist aber die Grundlage für demokratische Teilhabe, digitale Selbstbestimmung und echte Zugänglichkeit.
    Für die Zukunft nehmen wir mit, dass wir noch stärker auf digitale Selbstbestimmung und barrierearme Zugänge setzen wollen. Die nächsten Schritte sind:

    • die App öffentlich für alle Nutzer:innen anzubieten,
    • digitale Beratungen und Begleitung durch DigitalLotsinnen zu ermöglichen,
    • weiterhin eng mit der Zielgruppe zusammenzuarbeiten und gleichzeitig Stakeholder und relevante Akteur:innen aktiv auf unser Angebot aufmerksam zu machen.

    Statements von UND zu ProEuropeanValuesAT

    Was hat sich durch ProEuropeanValuesAT für dich oder deine Aktivität nachhaltig verändert?

    Durch ProEuropeanValuesAT habe ich erlebt, wie wichtig echte Partizipation ist. In den Workshops habe ich gesehen, wie sehr Menschen aufblühen, wenn ihre Meinungen ernst genommen werden und sie aktiv mitgestalten dürfen (sie haben das erste Mal gesehen, wie in der App in ihrer Erstsprache gesprochen wird und haben sich sehr gefreut. Für mich persönlich war es prägend, Verantwortung für die technische Umsetzung der App zu übernehmen und zu sehen, wie aus Feedback reale Verbesserungen entstehen.) Nachhaltig verändert hat sich vor allem das Vertrauen. Sowohl das Vertrauen der Teilnehmenden in unsere Arbeit als auch mein eigenes Vertrauen in gemeinschaftliche, demokratische Prozesse. Wir haben aber auch einen bleibenden, positiven Eindruck auf Social Media hinterlassen zu unseren Beiträgen zu Demokratie und Menschenrechte. Ich persönlich habe gelernt, dass Demokratie viel mehr ist als „nur“ ihre Definition, vor allem, weil ich viele Aktivitäten kennenlernen durfte und gemerkt habe, dass Kommunikation und sich in andere hineinversetzen gerade jetzt wichtiger denn je ist, um etwas nachhaltig erlebbar zu machen. 

    Was würdest du Menschen sagen, die überlegen einzureichen, sich aber noch unsicher sind?

    Ich würde ihnen sagen: Traut euch. Dieser Call gibt nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch Rückenwind für Ideen, die sonst oft unsichtbar bleiben. Man bekommt Raum, um zu lernen, zu wachsen und gemeinsam mit anderen etwas Sinnvolles aufzubauen, auch wenn nicht alles von Anfang an perfekt ist. Außerdem lernt man neue Menschen kennen, die einem wieder zeigen, dass man nicht alleine für Gerechtigkeit, Teilhabe und Demokratie/Menschlichkeit kämpft. Man kann sich vernetzten, viel Neues lernen, andere Perspektiven sehen und andere Herangehensweisen und sammelt dadurch nicht nur ein großes Netzwerk, sondern Erfahrungen und Ideen für weitere Projekte.

    Vollende den Satz:
    Demokratie braucht Aktivitäten wie meine, weil …

    …sie Menschen eine Stimme geben, die oft nicht gehört werden,

    …sie Vertrauen schaffen und echte Teilhabe ermöglichen,

    …Demokratie dort beginnt, wo Menschen merken, dass ihre Erfahrungen zählen und Veränderung möglich ist

    …sie Menschen zusammenbringt und aktiv mitgestalten lässt.

  • /wyld Kampagne 2025 – Junge Menschen für die Demokratie begeistern

    /wyld Kampagne 2025 – Junge Menschen für die Demokratie begeistern

    YEP ist eine parteipolitisch unabhängige Organisation, die sich für Jugendbeteiligung, Empowerment und Demokratie einsetzt. Durch niederschwellige Beteiligungsprozesse bringt YEP die Stimme der Jugend in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Seit 2018 hat YEP über 370 Prozesse durchgeführt und viel Expertise in lebensweltnahen Kampagnen aufgebaut, die Jugendliche wirklich erreichen. Jetzt liegt der Fokus darauf, Demokratiekultur in den Alltag von jungen Menschen zu bringen und demokratische Werte zum Trend zu machen: Ganz besonders für chancenbenachteiligte junge Menschen, die sonst wenig mit dem Thema zu tun haben. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken, zu aktiven Bürgerinnen und Bürgern zu werden, ihr europäisches Recht auf Partizipation wahrzunehmen und laut zu werden gegen anti-demokratische Kräfte.

    1. Was haben wir gemacht?

    In verschränkten online und offline Formaten wurde vermittelt, wie Demokratie im Alltag gelebt werden kann und die Stimme der Jugend laut gemacht.
    Die Kampagne wyld („we’re young loud & democratic“) wurde von einer Kerngruppe von 10 Jugendlichen mitgestaltet und begleitet. Offline fanden Demokratie-Trainings & Peer to Peer Content Days statt (105 Jugendliche beteiligt); online brachten sich 226 beim digitalen wyld-Hub und bei online Community-Events ein. Höhepunkt war das Event „Run /wyld“ bei dem Jugendliche ihre Forderungen am Laufsteg für die Demokratie präsentierten, mit 100+ Gästen aus Politik, Medien, Zivilgesellschaft.

    2. Was ist herausgekommen?

    Unser generelles Ziel: Demokratie wieder attraktiv und zum Lifestyle zu machen.
    Konkreter Outcome: 87,5% der Jugendlichen trauen sich nun mehr zu, ihre Stimme einzubringen und möchten dies in Zukunft öfter tun. Die Jugendlichen stärkten ihre Kompetenzen in Campaigning, Medientraining, Mobilisierung und öffentlicher Kommunikation. Das Event „run /wyld“ erzielte hohe mediale Aufmerksamkeit, unter anderem durch Berichte im ORF, fm4, Krone und weiteren Medien. Stakeholder betonten den Wert der direkten Begegnung mit jungen Menschen und deren Forderungen. Die /wyld Kampagne 2025 erhöhte stark die Wahrnehmung für das Thema Jugendbeteiligung in der Öffentlichkeit.
    Es wurde sehr laut und klar gezeigt: Junge Menschen sind nicht demokratiemüde – sie wollen mitreden und mitgestalten!

    3. Was haben wir gelernt?

    Die Erfahrungen im Projekt waren insgesamt sehr positiv, insbesondere durch das starke Engagement der Jugendlichen und die gute Zusammenarbeit und spannende Perspektiven in heterogenen Gruppen – weil wir gezielt auch chancenbenachteiligte Jugendliche einbezogen haben. Besonders wirkungsvoll waren die Offline-Formate, da sie zu einem echten Austausch, viel Engagement und Motivation führten. Eher herausfordernd gestaltete sich die Aktivierung im digitalen Raum, da viele Jugendliche den digitalen wyld-Hub hauptsächlich nutzten, um Informationen über Mitmach-Möglichkeiten zu erhalten, anstatt die Plattform zu nutzen, um sich zu vernetzen oder selbst Themen zu starten. Hier benötigt es mehr durchgehende, aktivierende Moderation, die allerdings mehr Ressourcen benötigt. Durch die Community-Events konnten viele junge Menschen motiviert werden, sich weiter zu engagieren, was eine schöne Zukunftsperspektive mitbringt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie wir als gemeinnützige, unabängige Organisation diese erfolgreiche Initiative nachhaltig und langfristig weiterführen können.

  • LevelUpDemocracyAT

    LevelUpDemocracyAT

    Wir möchten insbesondere junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren für die partizipative und inklusive Weiterentwicklung der Demokratie in Österreich begeistern. Unsere Arbeit verbindet Bildung, Dialog und politische Strategie, um Demokratie erlebbar und gestaltbar zu machen:

    1. Lobbyarbeit für die Institutionalisierung der ständigen Weiterentwicklung der Demokratie und das Volksbegehren zur Neuregelung der Parteienfinanzierung.
    2. Demokratie-Repaircafés im öffentlichen Raum in 5 Städten: Dialogräume zwischen Bürger:innen, politischen Entscheidungsträger:innen und Expert:innen & Konzeption eines Train-the-Trainer Programms für Demokratie-RepairCafés.

    1. Was haben wir gemacht?

    • 3x Dialog zu Verfassungskonvent und Verfassungsorga > gesamt ca. 30 Personen aus mehreren Demokratie-Initiativen – aktuell Website dafür im Aufbau, weitere Schritte folgen.
    • Kampagne für das Volksbegehren „Wahlbeteiligung bestimmt Parteienfinanzierung“ Verteilung 50.000 Flyer, Social Media Arbeit, aktueller Stand 7020 Unterschriften,
    • Mitarbeit beim Demokratie-Index (www.demokratieindex.at) – Wir wurden eingeladen die Verantwortung für zwei Themen-Bereiche beim Demokratie-Index zu übernehmen. Dazu kommt Weiterentwicklung des Index ab dem neuen Jahr an der wir teilhaben dürfen.
    • Demokratie-Repaircafe – Train-The-Trainer-Format konzipiert und für Frühjahr 2026 erstmals fixiert
    • sechs mal Demokratie-Repaircafe 2025, Ludesch, Velden, Salzburg, Linz, Feldkirch, Feldkirch (alle in Kooperation mit anderen Initiativen)
    • Gemeinnützigkeit beantragt und erhalten

    2. Was ist herausgekommen?

    • Kampagne für partizipativen Verfassungskonvent und Organ wird weitergeführt (im Rahmen)
    • Repaircafes > Immer neue Fragestellungen die auch uns als Erfahrene Demokratie-Arbeiterinnen immer wieder weiterbringen.
    • Vor allem die Zusammenarbeit mit Schüler:innen war wieder bereichernd. Feeback aus der Schule in Ludesch war super!
    • Format Repaircafe begeistert die Teilnehmer:innen immer wieder
    • Bei quasi allen Repaircafes ist der Wunsch nach Fortsetzung/Wiederholung entstanden bzw. Gab es Anfragen für Umsetzungen mit anderen Kooperationspartner:innen.
    • Für uns hat sich gefestigt dass wir in Zukunft mehr an Schulen und auf Gemeindeebene aktiv sein wollen! Dort liegt die Wirksamkeit kurz-, mittel- und langfristig!
    • Kooperation „gemeinsam Entscheiden in der Gemeinde“ mit dem Soziokratiezentrum/29.11/Wien
    • Volksbegehren > Politiker:innen gewonnen für die Kampagen

    3. Was haben wir gelernt?

    • Das Demokratie-Repaircafe überrascht uns trotz der bereits vielen Durchführungen immer wieder. Im öffentlichen Raum ist die Dynamik jedesmal eine andere, je nach Ort und Zeit. Und vor allem in Kombination mit zusätzlichen Elementen (Kunst/Schreibwerkstatt) und dadurch auch mehr Zeit, entstehen spannende Ergebnisse. Die Schüler:innen in Ludesch waren ebenso begeistert, natürlich auch durch die Kombination von Inhalt und künstlerischer Übersetzung. Auch die Vertiefung in den beiden Repaircafes mit der off:script-Schreibwerkstatt war eine gute Erfahrung.
    • nicht nur partizipatives Arbeiten ist wichtig – Informationen/Wissen teilen ist ebenso wichtig. Menschen wissen zB oft nicht dass die Parteienförderung in Österreich so hoch ist oder welche Demokratie-Defizite es konkret gibt und welche Auswirkungen diese haben. Fokus auf Inhalte wird gestärkt. > wir bauen unser Wissen (und externes) in eine Wissensdatenbank/Infoplattform ein > mittelfristig openDocument für CoLab und part. Nutzung.
    • Herausfordernd ist wie so oft die Bewerbung von Veranstaltungen. Bei der letzten Umsetzung (Demokratie & Dialog im Rahmen der Demokratiewoche am 20.10.) haben wir am meisten beworben und es waren am wenigsten Gäste dabei. Wir haben auf Social-Media beworben, waren auf allen relevanten lokalen Veranstaltungswebsites sichtbar, offline wurden Flyer in der Stadt verteilt, das lokale/regionale Netzwerk direkt via Signal eingeladen. Wir werden auf alle Fälle weiter verstärkt im Rahmen von Kooperationen arbeiten.
    • SocialMedia-Arbeit eingliedern bleibt Herausforderung
    • Ein Volksbegehren über 8.900 oder gar über 100.000 bringen ist eine große Herausforderung. spätestens seit man Volksbegehren als Geldmacherei diffamiert.
    • IG Demokratie-Basis sind alles extrem engagierte Leute die selten Zeit haben für Aktionen > Basis verbreitern!
  • Beobachtungsstelle für Angriffe gegen Journalist:innen in Österreich

    Beobachtungsstelle für Angriffe gegen Journalist:innen in Österreich

    Presseclub Concordia ist ein gemeinnütziger Journalist:innenverein, der sich seit 1859 für hochwertigen und unabhängigen Journalismus in Österreich einsetzt. Er ist der Meinungsfreiheit, der Pressefreiheit und den Menschenrechten verpflichtet. Die Concordia ist mit rund 700 Mitgliedern und mehr als 250 Veranstaltungen im Jahr ein etablierter Ort für die Vernetzung von Journalisten und NGOs. Als Gründungsmitglied internationaler Presseclub-Verbände pflegt sie weltweite Kontakte. Mit dem Rechtsdienst Journalismus bietet die Concordia seit 2021 rechtliche Unterstützung (Schulungen, individuelle Beratung, Prozesshilfe) für Journalist:innen an, die mit gezielten Angriffen, inklusive SLAPP-Klagen, konfrontiert sind. 2025 wird in Kooperation mit der Datum-Stiftung sogar ein eigener Klagsfonds errichtet und in Zusammenarbeit mit der ERSTE Stiftung eine Studie über neue, gemeinwohlorientierte Journalismus-Projekte in Österreich verfasst.

    1. Was haben wir gemacht?

    Nach dem Kapazitätsaufbau wurden, basierend auf praktischen Erfahrungen aus der rechtlichen Beratung von Journalist:innen sowie auf Literaturstudien, die Grundlagen erarbeitet: Ziele, Stakeholdergruppen, Definitionen und Abgrenzungen.

    In weiterer Folge wurde ein Einordnungsschema für die Analyse der gewonnenen Informationen entwickelt.

    Weiters wurde eine explorative Untersuchung durchgeführt. Dabei wurden einerseits dem Presseclub Concordia bekannte Fälle von Einschränkungen der Journalismusfreiheit analysiert. Andererseits wurden Im Rahmen von qualitativen Expert:inneninterviews erste Erkenntnisse gewonnen. Dabei wurden insbesondere künftig näher zu untersuchende Problemfelder identifiziert.

    Auf dieser Grundlage wurden ein Fragebogen für die künftigen quantitativen Befragungen sowie erste Handlungsempfehlungen erarbeitet.

    Daneben kam es zu einem kontinuierlichen Austausch  mit dem European Centre for Press & Media Freedom. Das diente einerseits der Reflexion methodischer Überlegungen und andererseits dem Netzwerkaufbau und der direkten Kooperation bezüglich Meldungen von Angriffen auf Journalist:innen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde schließlich das Projekt „Monitor Journalismusfreiheit“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

    2. Was ist herausgekommen?

    Während der Untersuchung wurden unzählige Gespräche mit Journalist:innen, Medien:vertreterinnen, Rechtsanwält:innen, Politiker:innen oder Vertreter:innen von Institutionen geführt. Dabei konnte eine erste Sensibilisierung für die Problemlage erreicht werden.

    Das Vorhaben, die vielfältigen Einschränkungen der Journalismusfreiheit umfassend und belastbar zu untersuchen, wurde ausnahmslos begrüßt und als sehr wichtig bewertet.

    Als unerwarteter, aber positiver Nebeneffekt konnte der Begriff „ Journalismusfreiheit“ (in Abgrenzung zur Presse- oder Medienfreiheit) bereits in dieser ersten Phase im kleinem Ausmaß verfestigt werden. Die Trennung dieser Begrifflichkeiten ist auch für künftige mögliche Verbesserungen in diesem Bereich relevant. Das Medienecho auf die Vorstellung des „Monitor Journalismusfreiheit“ war beachtlich. Einerseits ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die Sensibilisierung für die Problematik, andererseits auch schon eine Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit, die notwendig sein wird, um Journalist:innen zur Teilnahme an der künftigen quantitativen Befragung zu bewegen.

    3. Was haben wir gelernt?

    Die Resonanzen auf das Vorhaben, künftig mit dem Monitor Journalismusfreiheit, Bedrohungen und Einschränkungen der journalistischen Freiheit umfassen zu untersuchen, waren überwältigend und haben die Wichtigkeit und Notwendigkeit dieses Vorhabens eindrucksvoll bestätigt.

    Im Rahmen des PEVA geförderten Projektes konnte ein erster Schritt hin zu einer solchen regelmäßigen quantitativen Untersuchung gesetzt werden. Zeit- und Personalressourcen waren dabei jedoch sehr knapp, die Umsetzung dementsprechend herausfordernd. Für seriöse und belastbare Untersuchungen sind ausreichend Ressourcen und Zeitreserven, nicht zuletzt aufgrund der notwendigen Reflexionsschleifen und einzuplanender Verzögerungen in Zusammenhang mit externen Faktoren, unerlässlich.

  • Wissenschaft für Zivilcourage: Umwelt- und Medienkompetenz als demokratische Teilhabe

    Wissenschaft für Zivilcourage: Umwelt- und Medienkompetenz als demokratische Teilhabe

     

    Luftdaten.at stärkt Demokratie und Zivilgesellschaft durch Citizen Science, indem Bürger:innen befähigt werden, ihre Umwelt eigenständig zu erforschen. Unsere mobilen Messgeräte und Auswertungs-Apps fürs Handy ermöglichen niederschwellige partizipative Forschung zu Luftqualität und urbaner Hitze. In unseren Workshops fördern wir Wissenschaftskompetenz, kritisches Denken, faktenbasierte Entscheidungsfindung und die Fähigkeit, Fake-News zu entlarven. Die anonymisierten Daten stehen Wissenschaft, Stadtplanung und Gesellschaft offen zur Verfügung – basierend auf Transparenz, Offenheit und Datenschutz. Unsere Arbeit zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement wissenschaftliche Erkenntnisse vorantreiben kann. 2024 wurden wir mit der TU Wien für unsere Citizen Science-Methode mit dem Staatspreis für Klimawandelanpassung ausgezeichnet.

    1. Was haben wir gemacht?

    Train-the-Trainer: Insgesamt 12 Teilnehmende ausgebildet um unser Workshopformat „Hitzeinseln“ in Schulen abzuhalten.

    Schulworkshops: Insgesamt 35 Workshop mit ca. 700 Schüler:Innen (in Wien, Ehrenwald und Reutte) zum Thema Klimawandel, Wissenschaftskompetenz und kritisches Denken.

    Fake-News-Workshop: 2 Workshops in Zusammenarbeit mit einer Social-Media-Expertin organisiert, um Medien- und Informationskompetenz zu fördern. Dabei wurden Clips für unsere eigene Social-Media-Kampagne produziert.

    Weitere Informationen

    2. Was ist herausgekommen?

    Wichtigkeit von Wissenschaft, die Zugänglichkeit zu Wissenschaft durch den partizipativen Citizen Science Ansatz, sowie die Unterscheidungsfähigkeit zw. Fakten und Desinformation wurde gefördert.

    LehrerInnen: Durchwegs positive Rückmeldungen insbesondere durch den niederschwelligen Zugang und die Einbindung in Forschung.

    SchülerInnen: Zum Großteil positive Rückmeldungen, insbesondere aufgrund der interaktiven Gestaltung der Workshops.

    3. Was haben wir gelernt?

    „Probieren geht über Studieren“, unser Ansatz funktioniert, weckt Neugier und Engagement.

    Vorab Commitment zur Workshopteilnahme ist über Schulen einfach, über andere Organisationen oder direkt mit Kinder- und Jugendlichen schwieriger. Ein Fake-News-WS in einem Jugendtreff konnte bsp. nicht durchgeführt werden, da die teils angemeldeten Jugendlichen nicht erschienen.

    Vorlaufzeit und Bewerbung von Workshops erfordert mehr Ressourcen und die direkte Kommunikation ist meistens zielführender, als die Bewerbung auf Social-Media Plattformen.

  • Social-Media-Film gegen genderbasierte Gewalt ONEMORE

    Social-Media-Film gegen genderbasierte Gewalt ONEMORE

    Soliarts ist ein österreichischer Kunst- und Kulturverein, der seit 2015 spartenübergreifende Theater-, Film- und Performanceproduktionen realisiert. Mit einem besonderen Fokus auf politische und gesellschaftlich relevante Themen setzt er künstlerische Impulse in Innsbruck, Wien und Köln. Der Verein versteht sich als Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit und experimentiert mit neuen Erzählformen, um gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Neben eigenen Produktionen engagiert sich Soliarts in kollaborativen Projekten mit anderen Kunst- und Kulturinitiativen, darunter MEDEA PRODUCTIONS, KOSTNIX, bessere Zeiten, f*Vernetzung, theater tiefrot und AnaTIROLia. Diese Kooperationen ermöglichen es, unterschiedliche Perspektiven zu vereinen und kreativ-aktivistische Synergien zu schaffen. Soliarts setzt sich für eine inklusive und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen ein – sei es durch dokumentarische Theaterstücke, interaktive Performances oder experimentelle Filmformate.

    1. Was haben wir gemacht?

    Die Kampagne gliederte sich in eine vorbereitende Planungsphase im April (Kooperation, Anfragen der Gruppen, Infografiken-Erstellung, Reichweite) eine Teaser-Phase im Mai mit ersten Hinweisen und Community-Aufbau sowie den offizielleren Start im Juni und Juli mit dem Launch-Event, dem Hashtag #onemore, Storytelling Beiträgen und einer ersten Mitmach-Aktionen. In den Sommermonaten Juli und August wurde die Aktivität durch Talks, Expert*innen-Q&As, Inhalte zur Gewaltprävention und Hilfsangeboten sowie erweiterte Kooperationen intensiviert.
    Methodisch setzt die Kampagne auf Statements von Einzelpersonen, interaktive Beteiligung, live-Talks, Informationsformate wie Infografiken und Kurzvideos sowie Hinweise auf Hilfsangebote.
    Die Community wurde zur aktiven Teilnahme und zur Veröffentlichung eigener Beiträge motiviert, während Organisationen und ähnliche Projekte eingebunden wurden. Für die Zukunft sind weitere Workshops und Events geplant.

    2. Was ist herausgekommen?

    Die Kampagne hat eine spürbare Wirkung erzielt: Viele einzelne Nutzer*innen beteiligten sich aktiv, teilten eigene Inhalte und stärkten damit die Sichtbarkeit des Themas. Auch die Kooperationspartner*innen äußerten große Zufriedenheit – sowohl mit der inhaltlichen Ausrichtung als auch mit der Resonanz in der Community. Besonders positiv aufgenommen wurde der Ansatz, Gewalt nicht nur in hochtraumatischen Ausprägungen zu thematisieren, sondern die Aufmerksamkeit stärker auf alltägliche, oft übersehene Formen von Gewalt zu lenken. Diese Perspektive wurde als wichtig, niedrigschwellig und realitätsnah beschrieben. Darüber hinaus fanden die öffentlich geführten Gespräche und der offene Umgang mit dem Thema sehr viel Zustimmung.

    3. Was haben wir gelernt?

    Im Verlauf des Projekts wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt. Besonders deutlich wurde, wie wichtig eine traumasensible Herangehensweise ist und dass entsprechende Fortbildungen essenziell bleiben. Zugleich zeigte sich, dass der Arbeitsaufwamd deutlich höher ist als zunächst erwartet – vor allem aufgrund der intensiven Kooperationen, die zwar bereichernd und motivierend sind, aber viel Kommunikation und damit Zeit erfordern. Eine weitere Erkenntnis war, wie entscheidend es ist, Beteilgten und Partner*innen die Relevanz des Projekts klar zu vermitteln, um nachhaltiges Engagement zu ermöglichen. Auch im kreativen Bereich wurde gelernt, den Aufwand für Grafiken und ähnliche Materialien realistischer zu kalkulieren und künftig mehr Stunden dafür einzuplanen. Schließlich wurde deutlich, dass unmittelbare Begegnungen eine starke Wirkung entfalten, während Online-Arbeit vor allem als Plattform dient; eine Kombination aus beiden Formen scheint daher ein sinnvoller Mittelweg für zukünftige Aktivitäten zu sein.

    Statements vom Soliarts zu ProEuropeanValuesAT

    Was hat sich durch ProEuropeanValuesAT für dich oder deine Aktivität nachhaltig verändert?

    Für uns hat sich nachhaltig verändert, dass wir neben den Theaterprojekten uns immer mehr öffnen, nicht nur thematisch gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen, sondern wie bei unserem Projekt, auch Profis hinzuzuziehen, weil Vernetzung einfach Sinn ergibt.

    Was würdest du Menschen sagen, die überlegen einzureichen, sich aber noch unsicher sind?

    Reicht ein, es macht Spaß, sich kreativ zu engagieren und es eröffnen sich so viele neue Blickwinkel.

    Vollende den Satz:
    Demokratie braucht Aktivitäten wie meine, weil …

    … sie Raum schafft für Kommunikation, Verbindung und Veränderung.